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Das Buschtaxi - Afrika pur
In nahezu allen afrikanischen Ländern gibt es sie - die Sammeltaxis. In den frankophonen Ländern werden sie meist Taxi Brousse (Buschtaxi), Grand Taxi oder Taxi Collective genannt. In Ghana heissen sie Tro-Tro.
In Afrika, wo die wenigsten Menschen ein eigenes Auto haben und funktionierende Bus- oder Bahnnetze rar sind, sind Buschtaxis das beste Fortbewegungsmittel. Hauptsächlich Peugeot 505 Kombis, aber auch Minibusse oder Pick-Ups die auf unseren Strassen längst nicht mehr unterwegs sein dürften, werden zu öffentlichen Verkehrsmittel umgerüstet und transportieren so die Reisenden bis in die abgelegensten Dörfer.Die Taxis werden meist hoffnungslos überladen und die Reise geht nicht los solange sich irgendwo noch jemand hineinzwängen kann. In Guinea zum Beispiel ist man nicht selten mit zehn weiteren Passagieren unterwegs (Kleinkinder, Tiere und Reisende auf dem Dach des Taxis nicht mitgerechnet).Die Autos sind oft alt und in einem schlechten Zustand, werden jedoch immer und immer wieder zusammengeflickt. Oft kann man es kaum fassen, wie solche Schrotthaufen am Laufen gehalten werden. Dementsprechend sind Pannen eher die Regel als die Ausnahme und führen teilweise zu stundenlangen unfreiwilligen Pausen irgendwo im Niemandsland – im Busch eben.Nicht selten werden hunderte von Kilometern auf holprigen Strassen und Pisten mit nur kurzen Unterbrüchen zurückgelegt. Unterwegs steigen Passagiere auf offener Strecke aus und andere werden aufgenommen.Mittelmass gibt’s keines wenn man mit dem Taxi Brousse unterwegs ist. Entweder das Gefährt schleicht wie eine Schnecke dahin oder man rast mit halsbrecherischer Geschwindigkeit über löchrige Strassen und Pisten. Eine Rast dauert entweder so lange, dass man das Gefühl bekommt es gehe nie weiter oder der Fahrer will so schnell wieder los, dass es einem nicht mal zum Pinkeln reicht.
Eines ist auf jeden Fall klar. Wer mit dem Taxi Brousse unterwegs ist, braucht viel Zeit, Geduld und starke Nerven, muss Rückenschmerzen und eingeschlafene Gliedmassen in Kauf nehmen und darf auf keinen Fall Berührungsängste haben.
Und trotzdem: … Ich bin ein grosser Buschtaxifan. Das Reisen im Buschtaxi ist billig, man kommt überall hin, und was nicht vergessen werden darf – es ist ein fahrender Treffpunkt. Auf der ganzen Reise werden die neusten Geschichten erzählt, politisiert, Geschäfte abgeschlossen und Bekanntschaften gemacht.
Schlicht – Wer Afrika entdecken und erleben will, reist am besten mit den Taxi Brousse. Es kann zwar anstrengend sein, lange dauern, doch irgendwann kommt man immer an – und ist auf jeden Fall um einige Erlebnisse reicher.
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